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Loge de Guyon-Syndrom

Bei diesem eher seltenen Kompressionssyndrom des N. ulnaris (Ellennerven) in seinem Kanal an der Handwurzel sind die Symptome manchmal schwieriger zuzuordnen. Die Loge de Guyon verläuft neben dem Karpaltunnel, in ihr verlaufen der motorische Ast des N. ulnaris zur Muskulatur der Mittelhand und der sensible, also gefühlsvermittelnde Ast zum Ring- und Kleinfinger. Eine Einengung kann hier vor allem durch Ganglien, also Handwurzelzysten ausgelöst werden, es sind aber auch Gefäßveränderungen an der A. ulnaris beschrieben worden.

Erscheinungsbild

Es gibt keine klassische Symptomatik. Es sind Gefühlsstörungen im Klein- und halben Ringfinger möglich, die aber den Handrücken auslassen, da der streckseitige Ast zum Handrücken bereits vor dem Handgelenk abgeht.

Am häufigsten ist eine reine Kompression des motorischen Astes, die oft rasch zu einer Verschmächtigung der Muskulatur des Kleinfingerballens (Hypothenaratrophie), aber vor allem auch der Handbinnenmuskulatur zwischen den Mittelhandknochen kommen. Dies führt zu einer funktionell beeinträchtigenden Kraftminderung in der Hand und zur Unfähigkeit, die Finger vollständig auszustrecken, bzw. zu spreizen und zu schließen.

Diagnose

Wichtig ist es, überhaupt an das seltene Krankheitsbild zu denken!

Die Diagnose lässt sich dann meist anhand der der klinischen Untersuchung vermuten, es ist jedoch eine neurologische Untersuchung und eine MRT-Untersuchung zwingend erforderlich um hier die Ursache der Kompression näher einzugrenzen.

Therapie

Nach Diagnosestellung stellt die operative Dekompression (Entlastung) des Nerven die Therapie der Wahl dar. Eine konservative Behandlung ist in der Regel nicht erfolgversprechend und sollte nicht lange hinausgezögert werden, da der Nerv sonst einen dauerhaften Schaden erleiden kann.

Dabei wird der Nerv in Blutleere des Armes mikrochirurgisch (Lupenbrille 4,5fach) im gesamten Verlauf in der Loge de Guyon freigelegt und von allen einengenden Strukturen befreit.

Die Erholung nach der Operation dauert oft lange, vor allem wenn bereits Muskelverschmächtigungen vorliegen.

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